Walt Whiteman – Aus der Wiege endlos schaukelnd

Thomas Furrer: Und dichtete mir aus.

Ein Vogelmännchen schreit unter gelbem Mond nach seiner Liebe, dem Vogelweibchen, das nicht zurückkehrte.

Er singt und schreit, voll Trauer zu den Wellen und singt leise, damit er die Antwort seiner Geliebten auch hört.

Er sieht seine Geliebte am Wellenrand, doch es ist eine Täuschung.

Irgendwann hört er, dass das Rauschen der Wellen ihm tod sagen.

Ein langes, neue geschriebenes Gedicht. Berührend, erzählt von einem Jungen, der einmal in einer Nacht den verzweifelten Ruf eines Vogelmännchen hörte, und dieser Schmerz ihn zum Poeten erweckte.

Basis bildete das Gedicht „Aus der Wiege endlos schaukelnd“/“Out of the Cradle Endlessly Rocking

https://www.poetryfoundation.org/poems/48858/out-of-the-cradle-endlessly-rocking

Gedankenfetzen

Sie wurden aufgehängt in mir. Sie wehen dahin und tauchen wieder auf. Obwohl ich das nicht will.

„Baltische Akkordgerüstbauer heuern Menschen in ihrer Heimat an. Sie wohnen in Autos und verdienen kurzfristig viel Geld. Sie wollen das. Sie sind mit den Subunternehmertum glücklich.“

„In Oerlikon werden riesige, ökologische Gebäude gebaut. Der Generalunternehmer gab das Projekt an eine Firma im Aussland ab, die den ganzen Bau mit Subunternehmern hinstellen.“

„Das Recyklinggeschäft ist ein schmutziges Geschäft.“

„Wir dürfen keine schwarzen Listen über schlechte Generalunternehmer führen.“

„Auf asiatischen Baustellen sah ich, wie ABB giftige Stoffe teuer und korrekt deklariert abtransportieren liess und sah die Behälter auf dem Rückweg auf einer offenen Deponie.“

Ja, was soll ich mit solchen Informationen anfangen?

Natürlich habe ich zu diesen Einzelfällen keine Daten. Weiss nicht, wie die Leute entschädigt werden. Ob die Firmen Bussen erhielten.

Was ich sah, waren Instandhaltungsarbeiten auf einem Dach ohne Sicherungen, in einer Badi, wo die Gäste den Arbeitenden zuschauen konnten. Irgendwann wurden Gstältli verteilt. Daraufhin hatte jeder Arbeiter ein Gestältli an, in der einen Hand einen Karabiner und mit der zweiten – freien – wurde gearbeitet. Ihr Arbeiten auf dem Dach wurde durch das Halten des Karabiners unsicherer.

Ich vermute, dass ein Gast auf das Absturzrisiko aufmerksam machte. Das finde ich gut. Denn die Angestellten schienen keine Ahnung von Absturzsicherung zu haben.

Leider entschied der Vorarbeiter, das Risiko nicht Ernst zu nehmen. Es kam zu einer hohlen Umsetzung.

Solche Bilder beschäftigen mich.

Ich will die Welt sehen, so wie sie ist. Auch mit ihrer hässlichen Seite.

Immerhin hat sich grundlegend etwas bei der Arbeitssicherheit getan. Das Bewusstsein über Unrecht ist am Wachsen. Bis es eine Mehrheit macht, wird es dauern. Die Jungen werden so ausgebildet. Die Strafen werden höher. Die Mühlen mahlen.

Ich bin froh, dass ich Leute kennen lerne, die ihre Baustelle nicht so führen. Dass ich Menschen kennen lernen durfte, denen Aufrichtigkeit und das sich Kümmern wichtig ist.