Ein eingerollt Pulli, Schal oder ein Badetuch als Stützhilfe zwischen Stuhllehne und Rücken. So kann man trotz kurzen Oberschenkeln sich anlehnen.
Monat: Januar 2026
Aufrecht
Wie merke ich, ob das Becken aufrecht ist? Wie merke ich dass die Wirbelsäule aufrecht ist.
Ganz einfach: entspannt hinstehen, mit der Hand den Scheitelpunkt antippen, die ganze Wirbelsäule bis ins Becken sanft an einen immaginären Faden oben hängen.
Hängen die Wirbel am immaginären Faden, so ist das automatisch aufrecht. Das Becken inklusive.
Wirbelsäule entspannen
Wenn man mehrmals wöchentlich Kräftigungsübungen mich korrekter Haltung macht, darf gern zu Hause entspannt werden.
Also: zu Hause muss nicht immer aufrecht gesessen oder gegangen, gestaubsaugt und geputzt werden.
Aber auf was ist beim Entspannen zu achten?
Man kann sehr gern mit rundem Kreuz hinten anlehnen, sich gehen lassen. Aber dabei wirklich sich entspannen und bewusst alle Anspannungen im Becken oder Nacken loslassen.
Augenlidschmerzen
Mir tun die Augen weh. Also eigentlich mehr deren Muskeln oder – wie ich nach der Kontrolle weiss: das Augenlied selbst.
Unter der Lupe wurden verstopfte Meibomdrüsen festgestellt. Wow, das ist mal ein Befund.
Nun ist eine Ausdrücken des dicken Sekrets (nach 10 min erwärmen der Lider) und dem Reinigen des Lidrands danach angesagt. Täglich! Was für eine Tortur am Augenbereich.
Ich bin trotzdem zufrieden, weil die Untersuchung ergab, dass das Auge selbst – sowohl sein Innendruck wie auch die Oberfläche! – in Ordnung sind. Das Auge selbst ist also gesund. Das beruhigt mich sehr.
Hexenschuss – Prävention
Die Wirbelsäule steht auf den Lendenwirbeln. Wenn die Wirbelsäule ein Fundament hat, also auf den Lendenwirbeln steht, dann wird der untere Rücken entspannt.
Das Becken und die Wirbelsäule sollen nicht kraftlos zusammenfallen. Es ist wichtig, dass die Wirbelsäule steht.
Der ewige Faschismus
Auf Grund Trumps Freude am Verdrehen der Wahrheit (die Ausländer sind schuld am wirtschaftlichen Niedergang) und seiner Liebe zu Aktivismus und Inszenierung (er erhält jeden Monat einen neuen erfundenen Friedenspreis) las ich Umberto Ecos Buch. Folgende Schlussfolgerungen zog ich:
Es gibt keine Kriterien, die mit Klarheit ein faschistisches Führungsmodell erkennen lassen, aber es gibt mehrere Indikatoren, die darauf hinweisen. Ähnlich wie bei der Autismus- oder Schizophreniediagnose, ist der Grad der Ausprägung je stärker, je mehr Indikatoren darauf hinweisen.
- Zelebration alter Traditionen (oft in wildem Mix aus unterschiedlichsten Epochen)
- Ablehnung der Moderne, konkret der Aufklärung, der differenzierten Wissenschaft und der Vernunft.
- Aktionismus um der Aktion Willen (grosse Gesten, Ablenkungsmanöver) Die Aktion kann ohne Logik zu anderen Auftritten sein, dient nur dem Moment und der Symbolik bzw. der Propaganda
- Jede*r Kritiker*in ist ein*e Verräter*in. Es darf keine Kritik geben. Kritik führt zum Ausschluss aus dem Machtzirkel
- Angst vor der Vielfallt: es darf nicht mehrere Optionen geben (unter denen man frei wählen könnte). Die Führung trimmt auf genau eine Umsetzung, und diese muss ohne Widerspruch durchgesetzt werden. Auch mit absurd viel Aufwand. Andere Wege sind per se ausgeschlossen.
- Die Adressat*innen ist die frustrierte Mittelklasse. Dies kann real z.B aufgrund des Umbaus der Wirtschaft, Naturkatastrophen oder geopolitischen Veränderungsprozessen sein, doch das Zentrum ist der Frust zu entfachen.
- Freude an Verschwörungstheorien mit dem Ziel, die Gesellschaft vor der Masse an Feinden im Innern und von aussen zu retten
- Diffuse Feindbilder: Es wird bewusst immer neu und komplett anders angegriffen. Die Antwort auf den alten Skandal interessieren nicht mehr. Bereits steht eine neue Behauptung im Raum. Das Feindbild wird emotional aufgebaut, indem man immer wieder über die Bedrohung spricht.
- Es herrscht permanent Krieg. Alle Aktion sind von einer unglaublichen Dringlichkeit. Das Ziel ist nicht Frieden. An so etwas wird kein Gedanke verloren. Pazifisten sind verachtenswürdig.
- Teilhabe an der Elite der Welt aufgrund der Geburt/der Ethnie. Die Regierung und Bevölkerung ist die beste, und exklusiv mit Fähigkeiten ausgefüllt, welche die anderen nicht haben
- Heroisches Handeln wird überall propagiert und geschult. Für das Ideal soll man sterben wollen
- Machismus: Es gilt die Vorherrschaft des Mannes. Keusches oder heterosexuelles Leben ist verachtungswert. Körperliche Stärke, ergänzt mit Waffen oder schweren Maschienen sind das Ideal.
- Feindbild Demokratie: Sie ist zu kompliziert, zu ineffizient, sie bildet das Volk zu wenig ab. Lieber das Volk in Massenveranstalltungen laut zurufen lassen und so seine Stimme hören. Der Wille des Volks wird zu einer Inszenierung. Keine öffentlichen Debatten, was das Volk wollen könnte finden statt.
- Vereinfachte Sprache ist symptomatisch. Es wird nicht differenziert und komplexe Themen werden auf wenige Punkte reduziert
Ein glücklicher Jogger gesehen
Einer Erleuchtung gleich berührte mich heute beim Joggen ein Mitbewohner der Erde. Wie üblich, jogge ich moderat und grüsse die Entgegenkommenden: Fussgänger*innen mit und ohne Hund, Smartphone oder Kind, Velofahrer*innen mit oder ohne Scheinwerfer, Motor oder Kopfhöhrer, kurz: man kreuzt beim Joggen die Mitbewohner*innen des Jahres 2026.
Und nun, heute, war ich echt berührt durch eine flüchtige Bekanntschaft im Vorbeijoggen: ein älterer, leicht rundlicher Mann mit gestutzdem Bart kam mir joggend, lächelnd und sichtlich in sich ruhend und glücklich entgegen.
Er joggen nicht langsam! Aber eben nicht zu schnell. Er scheint die Bewegung und die Sonne zu geniessen und scheint frei von einem extern gefütterten Ehrgeiz, die Anstrengung sichtbar zu machen.
Schlagartig wurde mir bewusst, wie selten man unverbissene Sportler*innen trifft.
Ich joggte philosophierend weiter. Woher kommt dieses Ideal, dass man sich „auskotzen“ soll? Dass Grenzüberschreitungen gesund und gut sind? Hat das nicht etwas Martialisches?
Das Martialische und der Glaube, dass es ohne Gewalt nicht geht, beschäftigt mich diese Tage, weil ich Viktor Kravchenkos „Ich wählte die Freiheit“ (1947) lese. Kravchenko ist ein überzeugter Roter, der sich zunehmend von Stalins Diktatur abgestossen fühlte und leider nur in der Desertation seine Möglichkeit zum Verweigern ungerechter Befehle sah.
Wohl augrund der in mir brodelnden, inneren Abneigung gegenüber dem Diktatorischen, kam mir dieser zufriedene und unabhängige Mann beim Joggen wie eine Offenbarung daher: es geht auch ohne Extremismus.