Mit Witz und Ironie durch den Winter

Soeben habe ich Leningrad Cowboys gehört und über deren Show und Witz gelacht. Wie bin ich froh, dass es Kunst und Musik gibt. Dass ich einfach mich ins Tanzen fallen lassen kann und die Mühsal vergesse und vor Freude Eins mit der Welt bin. Eins mit allen.

So wie ich eins mit der Welt bin, wenn ich am kalten Morgen in einen schwarz-grau-rosa-weiss-hellgelben Sonnenaufgang hineinfahre. Wenn die Wucht der Natur mich berührt und ich mir klein, aber Teil eines grossen Ganzen vorkomme.

Aber zurück zur Show und Ironie: wenn ich mich ganz Wohl fühle in witziger Stimmung und farbiger Show ist mir das von Menschen gemachte gute Spektakel noch lieber, als das der Natur. Denn bei der Natur empfinde ich es als selbstverständlich, dass es Schönes zu entdecken gibt. Bei den Menschen muss ich es bewusst suchen und freue mich dann, wenn mein Hunger gestillt wird.

Ungeduld und von Emotionen getrieben

Ich bin eine schwierige Mitarbeiterin. Ich rege mich auf, wenn andere nicht arbeiten und ich gebe Feedback, wenn meine Kolleg*innen mehrheitlich schweigen. Deshalb fühle ich mich oft fremd. Leider explodiere ich dann ab und zu. Einmal war das, weil nach der Arbeit draussen mehrere Kollegen sich im Büro trafen und man nicht Lust hatte nach Hause zu gehen. Es wurde deskutiert und recherchiert über Belangloses und ich hätte im Grossraumbüro arbeiten wollen. Nach gut einer Stunde meldete ich mich ob sie ausgestempelt haben. Was verständlicherweise nicht gut ankam.

Ein andermal explodierte ich, weil ein Kollege, der für die IT-Infrastruktur zuständig ist, mein offensichtlicher Hardwareschaden nicht ernst nehmen wollte: „Das Problem liegt meist vor dem Computer“. Solche Sprüche brauche ich nicht. Ich finde sie deklariert und beleidigend.

Genau so fühlt es sich an. Ich fühle mich klein und machtlos.

Doch üblich ist es zu schweigen. „Es nützt nichts“, raten mir Kolleg*innen, etwas zu sagen. „Man/Frau kann das nicht ändern.“ „Du wirbelst nur Staub auf“.

Aber ist nicht genau das falsch? Kamen Veränderungen nicht immer, indem Menschen das Gegebene nicht einfach hinnehmen? In dem sie immer wieder Ritzen ins strahlende Äussere zogen?

Soziale Gefüge und Gewohnheiten ändern sich schwer. Doch ich denke, dass sich die Gesellschaft ändert und ich auch ein kleiner Teil davon bin.

Beckenboden bewegen

Nein, nicht schon wieder Übungen!!!

Doch nur noch einmal, weil ich es so interessant fand und neue Muskeln empfand.

Also, es geht so: Leg dich hin und stell dir vor, dass vorne an deinen Sitzbeinhöckern schöne, farbige LEDs angemacht sind. Sie beleuchten deine Fesseln.

Die Aufgabe ist nun, das Licht nach oben zu den Knien zu bringen. Aber, ohne das Becken zu kippen. Die Bewegung darf nur von den Sitzbeinhöckern ausgehen. Und – das Becken bewegt sich nur passiv mit!!!

Grauenhaft. Das geht fast nicht. Vor allem sollt (hi, hi, Scherz) Frau die Waden-, Oberschenkel- und Pomuskeln nicht bewusst anspannen.

Such wenn es nur ein bisschen geht: es ist ein unglaubliches Gefühl, dass sich da unten noch quer diese Muskeln befinden.

Interessant.

Warm up Fastenzeit

Morgen, morgen ist es so weit: es ist Aschermittwoch. Der Tag, an dem ich mich sehr gern in eine Schlange von Reumütigen einreihen. Die nichts anderes als sich ihrer Nichtigkeit und Schuldigkeit durch ihren Drang nach Freiheit und schönen Momenten, was oft das Arbeiten der anderen erfordert.

Ich finde es nicht einfach, voll zu geniessen und nicht seine Privilegien auszunutzen.

Ja und so mag ich es – einmal im Jahr- mich dieser Schuldigkeitbewusst zu werden. Mein Leben in seiner Unbedeutsamkeit zu begreifen.

Morgen wäre das also soweit. Aber wosoll ich das tun? Früher konnte ich mich problemlos in ein patriarchales System einfügen. Ich fand es nicht gut, konnte aber gut damit leben.

Seit der Präsident demokratische und integrative Werte mit Füssen tritt und Länder in und um Europa mehr Stärke, klare Rollenbilder und Chavinusmus wollen, habe ich nun Mühe mit der Gleichgültigkeit.

Bei mir ist sogar der Glaube an Jesus die Quelle der Wut gegen die Selbstgefälligkeit, den Egoismus und das Ignorieren von Leid vieler Menschen ausserhalb der eigenen Familie/Nation.

Es ist also schwierig mit dem tiefen Wunsch, mich neu auf Gott, seine Liebe und Schöpfung auszurichten, wenn die zur Verfügung stehende Form nur in patriarchaler Weise zur Verfügung steht.

Meine Aufgabe heute ist somit, für morgen ein alternatives Ritual zu finden.

Transversus

Also der Rumpfstabilisierungsmuskel von hinten beim Kreuz und Lenden bis Vorne zweigeteilt von den Hüftknochen über den Bauch zu den Rippen. Ein wahres Mauselkorsett über alle Innereien..

Anspannungen sind drei Muskelregionen:

  • Vor den Hüftnochen kann man den unteren Transversus zusammenziehen, wie wenn man die Hüftbecken zusammenziehen könnte
  • Mit dem Bauchnabel kann man den mittleren Teil zusammenziehen, wie wenn man einen Hosenknopf schliessen müsste
  • Der obere Teil aktiviert man, in dem man sich vorstellt, dass die unteren Rippen nach unten gezogen werden

Idealismus

Ist es nicht schön, wenn man/frau die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgibt?

An gewissen Tagen fühle ich mich verlassen. Habe in den Kaffeepausen das Gefühl, dass die Mehrheit an den Niedergang der Schweiz glaubt und egoistische Machtpolitik (z. B. in Amerika) als schlau bezeichnet.

Ich verrannte mich gefühlsmässig schon tausendmal, im Versuch, demokratische Beteiligung und Kompromisse zu verteidigen.

Eigentlich immer selbst verschuldet, weil ich (teils ehrlich geschockt über historische Falschaussagen) immer an den kontraproduktiven Punkt gelange, sn dem ich belehrend, ja klar besserwisserisch werde. Eigentlich eine Haltung, die leichtfertig glaubte, nicht zu haben.

In solchen Diskussion wird mir vor die Augen geführt wie wenig ich mich persönlich mit gewissen Personenkreisen austausche. Es sich rächt, dass ich bewusst gewisse Stammtische meide, weil ich das Poltern als teuflisch betrachte. Ich denke über sehr viel irritierend Gehörten nach, mache Recherchen und Notizen, was ich dazu meine. Oft komme ich zu anderen Schlussfolgerungen und beurteile gewisse Sussagen als falsch bzw. nur in sehr engem Rahmen als korrekt. Aber ich gebe mich nur selten in die Diskussion. Einerseits aus zu grossem Respekt vor der Mehrheit am Tisch, die sich einig sind und gegenseitig mit neuen Einwänden unterstützten, sodass es schnell anstrengend und unpersönlich wird.

Ich ziehe mich also mit meinem Vertrauen auf anpackende und eine bessere Zukunft wollende Hoffnung in meinen Freundeskreis zurück und verabschiede mich von der Diskussion zu Gunsten von Taten im Alltag.

Was mir nun nach dem Lesen von Lewis Sinclairs „Das ist bei uns nicht möglich“ bewusst wurde ist, dass Idealist*innen dazu neigen, sich schlechte Entwicklungen zu übersehen und zu ignorieren. Er verweist auf die Kommunist*innen, die den Terror und die Unterdrückung Andersdenkenden ausblenden oder akzeptieren.

In meinem Fall wären das religiöse Ideale einer gemeinsamen und egalitären Welt, in der es keine Unterdrückten gibt. Als Kind der heutigen Zeit kenne ich nur die Demokratie als Gesellschaftsstruktur, die am ehsten der Einbezug aller verspricht. 

Aber ich darf nicht über Alles den Pluralismus und die Demokratie verteidigen, wenn real viele Menschen ausgenutzt und nicht einbezogen werden. Nach dem Lesen des Ende des Buchs wurde mir klar, dass ich auf einem Auge blind bin. Weil ich eine Hoffnung verteidigen will. Eine typische Falle für Idealist*innen.