Ungeduld und von Emotionen getrieben

Ich bin eine schwierige Mitarbeiterin. Ich rege mich auf, wenn andere nicht arbeiten und ich gebe Feedback, wenn meine Kolleg*innen mehrheitlich schweigen. Deshalb fühle ich mich oft fremd. Leider explodiere ich dann ab und zu. Einmal war das, weil nach der Arbeit draussen mehrere Kollegen sich im Büro trafen und man nicht Lust hatte nach Hause zu gehen. Es wurde deskutiert und recherchiert über Belangloses und ich hätte im Grossraumbüro arbeiten wollen. Nach gut einer Stunde meldete ich mich ob sie ausgestempelt haben. Was verständlicherweise nicht gut ankam.

Ein andermal explodierte ich, weil ein Kollege, der für die IT-Infrastruktur zuständig ist, mein offensichtlicher Hardwareschaden nicht ernst nehmen wollte: „Das Problem liegt meist vor dem Computer“. Solche Sprüche brauche ich nicht. Ich finde sie deklariert und beleidigend.

Genau so fühlt es sich an. Ich fühle mich klein und machtlos.

Doch üblich ist es zu schweigen. „Es nützt nichts“, raten mir Kolleg*innen, etwas zu sagen. „Man/Frau kann das nicht ändern.“ „Du wirbelst nur Staub auf“.

Aber ist nicht genau das falsch? Kamen Veränderungen nicht immer, indem Menschen das Gegebene nicht einfach hinnehmen? In dem sie immer wieder Ritzen ins strahlende Äussere zogen?

Soziale Gefüge und Gewohnheiten ändern sich schwer. Doch ich denke, dass sich die Gesellschaft ändert und ich auch ein kleiner Teil davon bin.