{"id":1718,"date":"2026-01-16T20:11:06","date_gmt":"2026-01-16T20:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/coolt.ch\/notizen\/?p=1718"},"modified":"2026-01-16T20:11:09","modified_gmt":"2026-01-16T20:11:09","slug":"der-ewige-faschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/coolt.ch\/notizen\/der-ewige-faschismus\/","title":{"rendered":"Der ewige Faschismus"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf Grund Trumps Freude am Verdrehen der Wahrheit (die Ausl\u00e4nder sind schuld am wirtschaftlichen Niedergang) und seiner Liebe zu Aktivismus und Inszenierung (er erh\u00e4lt jeden Monat einen neuen erfundenen Friedenspreis) las ich Umberto Ecos Buch. Folgende Schlussfolgerungen zog ich:<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine Kriterien, die mit Klarheit ein faschistisches F\u00fchrungsmodell erkennen lassen, aber es gibt mehrere Indikatoren, die darauf hinweisen. \u00c4hnlich wie bei der Autismus- oder Schizophreniediagnose, ist der Grad der Auspr\u00e4gung je st\u00e4rker, je mehr Indikatoren darauf hinweisen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Zelebration alter Traditionen (oft in wildem Mix aus unterschiedlichsten Epochen)<\/li>\n\n\n\n<li>Ablehnung der Moderne, konkret der Aufkl\u00e4rung, der differenzierten Wissenschaft und der Vernunft.<\/li>\n\n\n\n<li>Aktionismus um der Aktion Willen (grosse Gesten, Ablenkungsman\u00f6ver) Die Aktion kann ohne Logik zu anderen Auftritten sein, dient nur dem Moment und der Symbolik bzw. der Propaganda<\/li>\n\n\n\n<li>Jede*r Kritiker*in ist ein*e Verr\u00e4ter*in. Es darf keine Kritik geben. Kritik f\u00fchrt zum Ausschluss aus dem Machtzirkel<\/li>\n\n\n\n<li>Angst vor der Vielfallt: es darf nicht mehrere Optionen geben (unter denen man frei w\u00e4hlen k\u00f6nnte). Die F\u00fchrung trimmt auf genau eine Umsetzung, und diese muss ohne Widerspruch durchgesetzt werden. Auch mit absurd viel Aufwand. Andere Wege sind per se ausgeschlossen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Adressat*innen ist die frustrierte Mittelklasse. Dies kann real z.B aufgrund des Umbaus der Wirtschaft, Naturkatastrophen oder geopolitischen Ver\u00e4nderungsprozessen sein, doch das Zentrum ist der Frust zu entfachen.<\/li>\n\n\n\n<li>Freude an Verschw\u00f6rungstheorien mit dem Ziel, die Gesellschaft vor der Masse an Feinden im Innern und von aussen zu retten<\/li>\n\n\n\n<li>Diffuse Feindbilder: Es wird bewusst immer neu und komplett anders angegriffen. Die Antwort auf den alten Skandal interessieren nicht mehr. Bereits steht eine neue Behauptung im Raum. Das Feindbild wird emotional aufgebaut, indem man immer wieder \u00fcber die Bedrohung spricht.<\/li>\n\n\n\n<li>Es herrscht permanent Krieg. Alle Aktion sind von einer unglaublichen Dringlichkeit. Das Ziel ist nicht Frieden. An so etwas wird kein Gedanke verloren. Pazifisten sind verachtensw\u00fcrdig.<\/li>\n\n\n\n<li>Teilhabe an der Elite der Welt aufgrund der Geburt\/der Ethnie. Die Regierung und Bev\u00f6lkerung ist die beste, und exklusiv mit F\u00e4higkeiten ausgef\u00fcllt, welche die anderen nicht haben<\/li>\n\n\n\n<li>Heroisches Handeln wird \u00fcberall propagiert und geschult. F\u00fcr das Ideal soll man sterben wollen <\/li>\n\n\n\n<li>Machismus: Es gilt die Vorherrschaft des Mannes. Keusches oder heterosexuelles Leben ist verachtungswert. K\u00f6rperliche St\u00e4rke, erg\u00e4nzt mit Waffen oder schweren Maschienen sind das Ideal.<\/li>\n\n\n\n<li> Feindbild Demokratie: Sie ist zu kompliziert, zu ineffizient, sie bildet das Volk zu wenig ab. Lieber das Volk in Massenveranstalltungen laut zurufen lassen und so seine Stimme h\u00f6ren. Der Wille des Volks wird zu einer Inszenierung. Keine \u00f6ffentlichen Debatten, was das Volk wollen k\u00f6nnte finden statt. <\/li>\n\n\n\n<li>Vereinfachte Sprache ist symptomatisch. Es wird nicht differenziert und komplexe Themen werden auf wenige Punkte reduziert <\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Grund Trumps Freude am Verdrehen der Wahrheit (die Ausl\u00e4nder sind schuld am wirtschaftlichen Niedergang) und seiner Liebe zu Aktivismus und Inszenierung (er erh\u00e4lt jeden Monat einen neuen erfundenen Friedenspreis) las ich Umberto Ecos Buch. 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